Rumänienfahrt der Roverrunde 2015

Alle Jahre wieder sitzen die Rover zusammen und überlegen, wohin das nächste Sommerunternehmen gehen soll. Im Herbst 2014 ging es systematisch zu. Alle Länder Europas kamen auf die Vorschlagsliste. Nach und nach fielen Länder aus der Liste. Zum Schluss blieben noch Irland und Rumänien. Die grüne Insel wieder das große Abenteuer. In der finalen Entscheidung setzte sich Rumänien durch.

Am 10. August 2015 ging es dann für 12 Rover – einer davon tschechisch – und 2 Leiter los. Früh morgens erst mit dem Auto zum Flughafen München gedüst. Dann ab in den Flieger nach Hermannstadt. Dort einen Kleintransporter übernommen. Alles klappt wie am Schnürchen. Die erste Hälfte des Trupps wird nach Hermannstadt gebracht. Dann in einer zweiten Fahrt die zweite Hälfte nach Ober-Schewisch. Vorher noch nie gehört? Kein Problem! Hatte keiner von uns. Dort schlugen wir an einem Bergbach das Nachlager auf. Dann der Fahrer mit dem Auto los, die andere Hälfte der Roverrunde in Hermannstadt holen. Die anderen kochen und als alle wieder vereint sind, ist das Essen fertig. Einige wenige Stechmücken laden sich auch ein. Wegen der vielen Haufen, die weidende Kühe hinterlassen haben, passen wir mehr auf. Lagerfeuer. Bett.

Am nächsten Tag geht es so richtig los. Von 600 Höhenmetern steigen wir auf 2.300 Höhenmeter hoch. Mit (fast) allem Gepäck für die nächsten Tage. Der Lagerplatz beim See kann nicht mit dem Auto angefahren werden. Drei Leute fahren mit dem Auto los und sollen uns zu Fuß entgegenkommen. Die 1.700 Höhenmeter Aufstieg mit vollem Gepäck bringen uns an unsere Grenzen. Um 20:00 Uhr kommen wir am Lagerplatz an. Von den Autofahrern keine Spur. Zum Glück funktioniert das Telefonnetz in den Bergen erstaunlich gut. Die anderen hatten Schwierigkeiten und schaffen es nicht mehr. Sie nächtigen in einer Schutzhütte. Wir prüfen unsere Vorräte. Alles im grünen Bereich. Ein kurzes Abendessen in der Dunkelheit und es geht in die Schlafsäcke. Nachts schleichen irgendwelche Hunde um die Zelte und zerfetzen unsere Müllsäcke, die wir draußen gelassen haben. Das ist etwas gruselig.

Am Morgen Planänderung. Wir steigen wieder hinab ins Tal. Die anderen gehen zum Auto zurück und wir treffen sie im Tal. Durch eine wunderschöne Landschaft geht es vorbei an zwei Hirten, einigen Eseln und einer Menge Schafe hinab. Die Anstrengung am Vortag hatte uns etwas den Blick für die Schönheit der Natur genommen. Im Tal suchen wir uns wieder einen schönen Platz an einem Bergbach. Wir finden eine schöne Badestelle und genug Feuerholz. Wir baden ausgiebig. Alles wunderbar.

Am nächsten Tag faulenzen wir vormittags. Dann fährt die erste Fuhre los Richtung Rosenau. Der Lagerplatz, den der Vortrupp findet, ist nicht so schön wie am Vortag, aber was will man machen? Als die zweite Hälfte ankommt, ist es bereits dunkel.

Am nächsten Tag besichtigen wir das Schloss Rosenau. Nach den Tagen mit wenigen Menschen schocken die Menschenmengen, die wegen eines Musik-Festivals dort in der Nähe sind, etwas. Komisch ist auch der Freizeitpark mit Plastik-Dinosauriern, der nur wenige hundert Meter von der gut erhaltenen Burg entfernt ist. Danach das Schloss Bran. Angeblich das Schloss von Graf Dracula. Egal, ob das wahr ist oder nicht, das Schloss ist schön. Wir haben abends Mühe überhaupt einen Lagerplatz zu finden. Am nächsten Tag besorgen wir uns ein zweites Auto. Die doppelte Fahrerei nervt gewaltig und kostet viel Zeit. Abends sind wir wieder bei Ober-Schewisch. Diesmal aber nicht allein, denn es ist Wochenende und offensichtlich lagern die Rumänen am Wochenende selbst gern in der Natur. An unserem Bergbach stehen haufenweise Zelte. Wir finden eine einen Platz und eine Biegung des Bachs bewahrt uns vor dem Lärm, den eine laute Zeltparty macht.

Am nächsten Tag machen wir mit leichtem Gepäck noch eine Wanderung hoch in Berge. Es ist so ein Unterschied! Am späten Nachmittag kommen wir zurück zu den Autos und fahren dann ach Holzmengen. Dort mieten wir uns im früheren Pfarrhaus, das heute ein Jugendbegegnungshaus ist, ein.

Am nächsten Tag geht es nach Hermannstadt. Wir besichtigen die europäische Kulturhauptstadt des Jahres 2007. Einen Tag später fahren wir nach Reichesdorf. Von dort aus erwandern wir einige Kirchenburgen. Echt sehr schön anzusehen. Doch liegt der Charme des Verfalls über ihnen. Auch wenn sich verschiedenste Stellen darum bemühen, diese Zeugnis der deutschen Kultur zu bewahren. Verschieden motivierte Leute geben uns Führungen. Ein etwa 80-jähriger Oberlehrer hat es uns besonders angetan. Er stellt auch Bezüge zum Bamberger Dom her, nachdem er herausgefunden hat, dass wir aus der Bamberger Gegend stammen. Wir besuchen in den nächsten Tagen noch Schäßburg und die Salzseen von Ocna-Sibiului (auf Deutsch: Salzburg). Der Auftrieb des Salzwassers ist in einzelnen Salzseen angeblich stärker als am Toten Meer. Sehr ungewohnt. Leider ist das Wetter nicht so toll. Am 21. August geht es wieder heim.

Rumänien ist erstaunlich unkompliziert gewesen. Nirgends hatten wir Schwierigkeiten. Das Zelten in der Natur ohne Genehmigung ist dort normal. Wenn wir auf die Leute zugingen, waren sie freundlich und hilfsbereit, sonst behelligten sie uns nicht weiter. Wir können das Land sehr empfehlen. Natürlich muss man bei einer Fahrt dorthin bedenken, dass das Land in Teilen arm ist und man kann nicht die gewohnten deutschen Standards erwarten. Nicht bei den Straßen, nicht bei der Sauberkeit und auch sonst nicht. Wer sich aber darauf einlässt, kann ein wunderschönes Land mit freundlichen Menschen entdecken.