World Scout Jamboree 2015

Im Sommer 2015 erlebten 7 Hirschaider Pfadfinder eines ihrer bisher größten Abenteuer – das World Scout Jamboree (Weltpfadfindertreffen) in Japan. Alle vier Jahre treffen sich dort tausende Pfadfinder aus aller Welt und dieses Jahr waren auch wir dabei.

Nachdem fast ein Jahr vergangen war, seit die meisten von uns zum ersten Mal etwas vom Jamboree gehört hatten, ging es endlich los. Mit viel Aufregung stiegen wir zusammen mit vielen Pfadfindern anderer Stämme in Frankfurt in den Flieger.

Die zwei Wochen, die wir in Japan verbrachten, brachten viele neue Erfahrungen für uns alle. Angefangen mit den Akklimatisierungstagen, auf denen wir den (sich zum Glück in Grenzen haltenden) Jetlag loswerden konnten und uns (eher weniger) an das unglaublich warme und schwüle Klima in Japan gewöhnen konnten. Temperaturen von 35 bis 40 Grad und Luftfeuchtigkeiten von um die 80 Prozent haben alles viel anstrengender gemacht als in Deutschland, vor allem, da wir ja in Zelten und nicht in abgeschlossenen, klimatisierten Häusern waren. Auch das japanische Essen war etwas ganz Anderes, von dem uns einiges nicht so sehr gefiel, aber wir hatten doch viel Spaß.
Schließlich ging es aber auf das wirkliche Jamboree, von dem uns als erstes der unglaublich riesige Parkplatz auffiel. Er war schon größer als einige Zeltplätze, auf denen wir waren. Aber als wir das unglaublich große Gelände erst einmal betreten hatten, ging uns erst wirklich auf, wie groß das Ganze war. Über 33.000 Pfadfinder hatten sich hier versammelt und das sah man dem Gelände auch an.

Zuerst wurden natürlich die Zelte aufgebaut, in Angst vor dem Regen, der zum Glück bis auf an den Akklimatisierungstagen ausblieb, aber schon bald begannen wir, den Zeltplatz zu erkunden und erste Kontakte zu knüpfen. Es war ungewohnt, aber sehr angenehm, einfach den Weg zu den Duschen oder zur Essensausgabe zu laufen und mehrmals von Wildfremden angesprochen zu werden mit „Hey! How are you? Where are you from?“ Die Verständigung auf Englisch lief meist recht reibungslos. Diese Jamboree-Atmosphäre war etwas ganz Besonderes, das auf mich tiefen Eindruck gemacht hat. Alle waren freundlich zueinander, sind aufeinander zugegangen. Es war normal, sich mit komplett fremden Menschen zu unterhalten, keiner hat sich für Hautfarbe, Alter oder Nationalität interessiert.

Natürlich saßen wir nicht einfach den ganzen Tag nur herum, sondern hatten Programm, das vom Jamboree-Orga-Team geplant worden war. Natürlich war das für so viele Menschen ein unglaublicher logistischer Aufwand, was teilweise auch zu merken war. Beispielsweise haben wir Hiroshima besucht, wo im zweiten Weltkrieg eine Atombombe abgeworfen worden war, was ein unglaublich beeindruckender und zugleich sehr bedrückender Ort ist. Allerdings wurde man durch das Museum dort regelrecht durchgescheucht, da dort natürlich mehrere tausend Menschen am Tag durchgeschleust werden mussten. Dennoch hat es einiges an Eindruck auf uns alle gemacht.

Weitere Programmpunkte waren zum Beispiel „Science“ und „Global Development Village“, wo in kleinen „Zeltstädten“ viele Organisationen ihre Arbeit zum Thema Fortschritt, Frieden, Wissenschaft, Religion usw. vorgestellt haben. Es waren wirklich sehr interessante Dinge dabei.

Besonders gefallen hat mir aber die „Faith and beliefs zone“. Dort haben sich viele große Weltreligionen vorgestellt, man konnte alle Fragen stellen, die man hatte, und es gab Gottesdienste, denen jeder einfach beiwohnen konnte und mitmachen konnte, wie er wollte. Ich war zum Beispiel bei einer buddhistischen Meditation, was eine sehr interessante Erfahrung war. Dort haben Gläubige und Atheisten aber auch den Glauben der anderen einfach akzeptiert und waren bereit, ihren eigenen zu erklären.

Alles in Allem war das Jamboree eine unglaubliche Erfahrung, die wir alle genossen haben und bei der wir alle viel Neues gelernt haben. Ich habe auch viele neue Freunde gefunden – ich bin sogar in einer WhatsApp-Gruppe mit Pfadfindern aus 13 verschiedenen Ländern gelandet. Es ist wirklich toll, so noch Kontakt halten zu können zu all den tollen Menschen, die man kennengelernt hat. Wir haben wirklich viele tolle Erfahrungen und neue Freunde vom Jamboree mitnehmen können und die meisten von uns versuchen auch, beim nächsten Jamboree 2019 in den USA wieder dabei zu sein.

 

Hannah Sommer