Es war einmal ein Stammeslager… 2018

„What theee“ ertönt aus dem Zelt neben mir. Die schrille Stimme eines Jufis eignet sich eindeutig besser als Wecker, als der Standard-Klingelton meines Handys. Ein neuer Morgen beginnt also auf unserem Stammeslager.

Nach 4 Jahren Pause waren wir mal wieder nur mit unserem Stamm auf Lager. Unser Zeltplatz „Bucher Berg“ befand sich im ruhigen Altmühltal, aber es war dennoch ausreichend Action geboten, da wir uns gemeinsam mit mehreren Pfadfindergruppen den Zeltplatz teilten.

Die hochsommerlichen Temperaturen brachten uns am Anreisetag schon vor der eigentlichen Aufbauarbeit ganz schön ins Schwitzen. Daher war erst einmal Flaschen auffüllen und eincremen angesagt, bevor wir uns an den Zeltaufbau wagten. Nachdem alle Zelte standen und alle ziemlich durchgeschwitzt waren, gab es eine leckere Stärkung und die Kinder erfuhren vom Maestro was beim Stammeslager die Woche über auf sie zukommt.

Die Pfadis waren vom Aufbau am Samstag noch nicht komplett ausgepowert, daher beschlossen sie am Sonntag neben dem Bannermasten noch ein cooles Lagertor aufzubauen. Die Arbeit hat sich auch wirklich gelohnt, denn am Ende hatten sie ein begehbares Lagertor, auf dem man wunderbar chillen konnte. Auch die Jufis waren ziemlich beeindruckt davon, daher beschlossen sie ebenfalls einen kleinen Turm zu bauen. Nachdem nun alle Lagerbauten standen, musste noch ein Banner gestaltet werden, das wir am nächsten Morgen feierlich hissten. Somit waren wir auch bereit für einen nächtlichen Bannerüberfall.

Am Nachmittag konnten sich die Kinder beim Geländespiel im Wald etwas abkühlen. Auf dem Waldgelände warteten verschiedene Organe des menschlichen Körpers auf die kleinen Blutkörperchen, die ihre verschiedenen Aufträge erfüllen mussten, damit alle Organe versorgt wurden. Doch das Waldgelände war nicht ganz einfach, die vielen Hügel brachte so einige Blutkörperchen außer Atem. Eine Gruppe schlug am Anfang des Spiels einen ganz anderen Weg ein und verirrte sich im Wald der Organe. Doch trotzdem schafften es die Gruppen am Ende die Aufträge zu erfüllen, sodass alle Organe versorgt waren.

Der Montag wurde bunt, denn es gab verschiedene Workshopangebote für die Kinder. Zum Teil wurden diese auch von Staffs des Bucher Bergs angeboten. Nachmittags konnten die Kinder und Leiter sich beim Batiken mit bunten Farben austoben und einzigartige T-Shirts gestalten.

Für den Dienstag und Mittwoch war Stufenzeit angesagt. Die Jufis machten sich morgens auf den Weg zum Walderlebnispfad in Velburg. Anschließend erkundeten sie noch eine Tropfsteinhöhle, die eine gute Abkühlungsmöglichkeit bot. Die Wölflinge konnten Taschen mit verschiedenen Motiven bedrucken und Specksteine gestalten, während die Pfadis auf Haik gingen, die sie für eine Abkühlung nachmittags mit einem Freibadbesuch unterbrachen. Am nächsten Tag paddelten die Jufis auf der Altmühl entlang, wobei sich zwei der Kinder spontan für eine Abkühlung in der Altmühl entschieden. Die Wölflinge flitzen die Sommerrodelbahn herunter und die Pfadis starteten die zweite Etappe ihrer Haik. Am Abend kamen alle Stufen wieder bei einem gemeinsamen Gottesdienst im etwas verwilderten Wildrosengarten zusammen. Im Anschluss wartete auf die hungrige Meute ein vielfältiges Essensangebot. Denn an dem Abend galt das Motto „Open Pot“ – jede Gruppe kochte etwas leckeres zu Essen und bot das für alle an. Ein Highlight war dabei das Apple Crumble mit Vanilleeis, das die Staffs zauberten.

Am Donnerstagvormittag wurde fleißig geputzt und geschrubbt bis die Sanitäranlagen wieder glänzten, denn wir waren mit dem Putzdienst dran. Da alle fleißig mit anpackten, war das schnell erledigt und die Kinder hatten wieder Zeit um Frisbee zu spielen, Stiche bei Wizard vorherzusagen, oder Katzenangriffe zu entschärfen – meistens kombiniert mit einem Jufi der wild „What theee“ umherrief. Katzenangriffe? Wem das nichts sagt, der sollte das Spiel Exploding Kittens mal ausprobieren, der absolute Topseller auf dem Zeltlager.

Am Nachmittag gab es eine wilde Mischung aus Arschbomben, Bauchplatschern und Kopfsprüngen, denn die Pfadis und Wöflinge tobten sich im Naturfreibad in Breitenbrunn aus. Bei den Jufis war die Stimmung nicht ganz so ausgelassen, da diese sich mit ihren Leitern zusammensetzten, um über ihr unrühmliches Gruppenverhalten zu sprechen.

Auch am Freitag wurde es nass, aber diesmal kam das Wasser vom Himmel – somit wurde das Programm kurzerhand geändert und in die Zelte verlegt. Das Wöflings- und Jufizelt wurde zum Exploding-Kitten- und Wizard-Zelt und das Küchenzelt verwandelte sich in einen Bierkopf-Stammtisch. Der Regen hielt aber nicht lange durch und so kam die Sonne am Mittag wieder.

Da am Abend ein bunter Abend anstand, bekamen die Kinder die Aufgabe in Gruppen einen Auftritt für den Abend vorzubereiten. Doch damit es nicht ganz so einfach ist, hatten sie drei unterschiedliche Gegenstände, die irgendwie eingearbeitet werden mussten. Auch wenn man am Anfang keinerlei Vorstellung hat, wie diese Gegenstände miteinander kombiniert werden können, war es am Ende umso spannender zu sehen, was mit ein wenig Kreativität daraus gebastelt wurde. Auch die Leiter bereiteten noch eine Kleinigkeit vor, bevor das gemeinsame Lagerfeuer eröffnet wurde. Hierfür hatten wir Besuch von zwei ehemaligen Leitern, die uns mit 1A-Lagerfeuermusik bis lange nach der Nachtruhe versorgten.

Die Ohrwürmer vom Lagerfeuerabend hielten bis zum nächsten Morgen an, an dem auch schon wieder der Abbau angesagt war. Trotz ein wenig Verspätung am Morgen, weil irgendwie keiner auf die Wecker reagierte, wurden die Zelte schnell zusammengelegt, das Material verräumt, sodass wir nachmittags pünktlich wieder in Hirschaid ankamen. Verschwitzt, müde, mit einer leichten Sommerbräune, aber voller schöner Erinnerungen an eine Woche Stammeslager – und mit einem Ohrwurm: „What theee“.